Peratallada — dessen Name auf Katalanisch „gehauener Stein” bedeutet — ist wohl das besterhaltene mittelalterliche Dorf Kataloniens, und seine Burg ist untrennbar mit dem Dorf verbunden, das sie seit tausend Jahren beschützt. Das gesamte Ensemble aus Burg, Mauern, Graben und honigfarbenen Steinhäusern ist aus demselben Sandsteinplateau gehauen und auf ihm errichtet, was eine organische Einheit schafft, die es sonst nirgends in der Region gibt.
Die dokumentierte Geschichte der Burg beginnt im 10. Jahrhundert, als sie in Aufzeichnungen als befestigte Residenz der Vizegrafenschaft Rocabertí erscheint. Der heutige Turm, Bergfried und Hauptsaal stammen hauptsächlich aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Ein Graben wurde direkt in den Sandsteinfels gehauen — ein ungewöhnliches Merkmal, das enorme Arbeitsleistung erforderte, der Burg aber außergewöhnliche Verteidigungsstärke verlieh.
Im gesamten Mittelalter war Peratallada ein Zentrum feudaler Macht für das Baix Empordà. Die Burg beherbergte Troubadoure und Gelehrte; ein Dokument von 1065 verzeichnet einen der frühesten bekannten Bezüge auf die katalanische Sprache in einem literarischen Kontext, der mit diesem Hof verbunden ist.
Im Gegensatz zu vielen katalanischen Burgen, die verfielen oder abgerissen wurden, blieb Peratallada bewohnt und wurde schrittweise zu einer Adelsresidenz umgebaut. Es wechselte bis ins 20. Jahrhundert durch verschiedene aristokratische Familien. Heute ist die Burg Privateigentum, aber der Turm ist für Besucher geöffnet, und die Dorfgassen — gesäumt von Restaurants in gewölbten mittelalterlichen Sälen — sind frei zugänglich.