Catalonia Castles
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Segrià 12.–18. Jahrhundert

Burg Gardeny

Eine Templerburg aus dem 12. Jahrhundert auf einem Hügel über Lleida — eine der bedeutendsten Templerkommenden der Krone Aragon.

Burg Gardeny

Auf dem Turó de Gardeny am westlichen Rand von Lleida gelegen, bietet die Burg Gardeny ein Panorama über die Stadt, den Fluss Segre und die weite Agrarlandschaft bis nach Aragon. Sie ist eine der am besten erhaltenen und historisch bedeutendsten Templerstätten der gesamten Iberischen Halbinsel.

Die Burg entstand unmittelbar nach der Reconquista von Lleida. Im Jahr 1149 eroberte Ramon Berenguer IV., Graf von Barcelona, die Stadt nach langem Belagerung. Als Dank für ihre militärische Unterstützung erhielten die Tempelritter den Hügel von Gardeny und die Erlaubnis, dort eine Kommende zu errichten. Der Bau begann fast sofort, und gegen Ende des 12. Jahrhunderts war Gardeny zur wichtigsten Templereinrichtung der Krone Aragon geworden — ein befestigter Komplex aus Burg, romanischer Kirche (Santa Maria de Gardeny), Kapitelsaal und weitläufigen Wohnquartieren.

Mehr als 150 Jahre lang diente Gardeny als Hauptquartier, von dem aus die Templer ihre iberischen Geschäfte führten: Aufnahme von Novizen, Verwaltung riesiger Ländereien in Katalonien und Aragon, Entsendung von Rittern zu den Kreuzzügen. Die romanische Kirche Santa Maria, in den 1170er Jahren erbaut, ist eine der schönsten Templerkirchen Spaniens und steht noch heute fast unverändert.

Nach der Auflösung des Ordens im Jahr 1312 fiel Gardeny an die Johanniter, die es weitere vier Jahrhunderte als aktive Kommende nutzten. Anschließend diente das Areal als Militäranlage — was paradoxerweise zur Erhaltung der mittelalterlichen Strukturen beitrug, da so jede Bebauung fernblieb.

Heute wird die Anlage als Denkmalensemble von der Stadt Lleida verwaltet. Der Besuch umfasst die Templerkirche, die Festungsmauern, ein Museum zur Geschichte der Templer in Iberien sowie eine audiovisuelle Präsentation über die 800-jährige Geschichte der Burg.

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