Das Castell de Montgrí erhebt sich 302 Meter über die Ebene des Empordà und ist von einem Großteil der Costa Brava aus sichtbar. Es ist ein markantes Wahrzeichen, das tatsächlich nie fertiggestellt wurde. Es steht als eines der wenigen Beispiele in Katalonien für eine Königsburg, die direkt von der Krone von Aragon erbaut — und mitten im Bau aufgegeben wurde.
Die Arbeiten begannen 1294 unter König Jaume II. von Aragon, der die Burg nutzen wollte, um seine Kontrolle über den Vizegraf von Bas zu festigen und die Region Empordà zu sichern. Der ehrgeizige quadratische Grundriss mit vier zylindrischen Ecktürmen wurde 1301 abrupt unterbrochen, als ein politisches Abkommen den Militärstützpunkt überflüssig machte. Die Burg wurde ohne Dach und unvollendet zurückgelassen, was paradoxerweise dazu beitrug, ihre Mauern zu erhalten, da es kein Inneres zu plündern oder umzubauen gab.
Trotz ihres unvollendeten Zustands stehen die Mauern stellenweise fast in ihrer ursprünglichen Höhe, und der Innenhof vermittelt eine klare Vorstellung vom geplanten Ausmaß. Die Aussichten vom Gipfel sind spektakulär: das Feuchtgebiet des Empordà, das Meeresschutzgebiet der Medes-Inseln, den Golf von Roses und an klaren Tagen die Pyrenäen im Norden und das Cap-de-Creus-Kap im Osten.
Das Kalksteinmassiv des Montgrí ist auch ein Naturschutzgebiet, das seltene mediterrane Macchiaflora und nistende Greifvögel schützt, sodass die Wanderung hinauf ebenso lohnend ist wie die Burg selbst.