Wenige Orte in Barcelona tragen so viel Geschichte — und so viel Dunkelheit — wie das Castell de Montjuïc. Diese sternförmige Festung thront 173 Meter über der Stadt auf dem Hügel, dem sie ihren Namen verdankt, und wacht seit mehr als drei Jahrhunderten über den Hafen. Sie diente abwechselnd als Militärstützpunkt, politisches Gefängnis und schließlich als öffentlicher Park.
Die erste dauerhafte Befestigung auf dem Montjuïc wurde 1640 während des Katalanischen Aufstands erbaut, aber die Burg in ihrer heutigen Form ist hauptsächlich das Werk von Militäringenieuren des späten 17. und 18. Jahrhunderts, die frühere Strukturen durch das heutige polygonale Bastionslayout ersetzten — ein klassisches Beispiel von Vauban-beeinflusster Militärarchitektur. Vier spitze Bastionen ragen vom zentralen Körper hervor, um Artilleriefeuer abzulenken und aufzufangen.
Montjuïcs Geschichte ist untrennbar mit katalanischem Leid verbunden. Nach dem Fall Barcelonas an die bourbonischen Truppen im September 1714 wurde die Burg zu einem Instrument politischer Repression. Sie hielt im Laufe der folgenden Jahrhunderte Tausende politischer Gefangener, darunter — am berüchtigtsten — Lluís Companys, Präsident der Generalitat de Catalunya, der hier im Oktober 1940 durch Francos Regime hingerichtet wurde, nachdem er von der Gestapo in Frankreich ausgeliefert worden war. Die Burg blieb bis 2007 unter militärischer Kontrolle, als sie an die Stadt Barcelona übergeben wurde.
Heute ist Montjuïc eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Das Museum für Militärgeschichte dokumentiert die komplexe Vergangenheit der Burg, während die breiten Terrassen und der Graben einige der schönsten Panoramen der Stadt bieten — von den Pyrenäen bis zum Horizont des Mittelmeers.